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Solarthermie-Anlage auf dem Gebäude des Rollberg-Quartiers

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • 2 modulare Energiezentralen
  • 2 Gebäude mit moderner Holzbautechnik
  • innovatives System zum Wärmen und Kühlen

Quartiersentwicklung auf dem Gelände der Kindl-Brauerei

Auf dem Areal der alten Kindl-Brauerei an der Rollberg­straße in Berlin-Neukölln entsteht seit 2019 aus umgebauten Alt- und Neubauten ein neues Quartier, das Wohnen, Arbeiten und Gastronomie vereint. Das Projekt ist eine Kooperation der Berliner Stadtwerke, TRNSFRM und eZeit Ingenieure, und zeigt, wie die gesamte Versorgung eines Stadt­quartiers zukunftsfähig gestaltet werden kann. Es setzt sich aus zwei Gebäuden zusammen, die über zwei Energie­zentralen versorgt werden.

Bei der Errichtung der beiden Gebäude wurde mit einer modernen Holz­bau­technik gearbeitet und auf eine möglichst energie­effiziente Gebäude­hülle und Haus­technik geachtet. Außerdem sind die Dächer des Neubaus ALLTAG und des CRCLR-Hauses nicht nur mit Solar­thermie ausgestattet, sondern auch intensiv bepflanzt, was technische und gestalterische Funktionen auf den Dachflächen kombiniert.

Grafische Veranschaulichung des zirkulären Energieareals im Rollbergviertel: Abwärme, Solarthermie, Geothermie und Saisonspeicher sorgen für das optimale Zusammenspiel verschiedener Energiequellen
© TRNSFRM

Energiezentralen für Wärme, Kühlung und Strom

Im Zentrum des Projekts stehen zwei modulare Energie­zentralen, die Strom, Wärme und Kühlung für das Quartier bereit­stellen. Ein Mix aus Wärme­pumpen, Solar­thermie, einem Block­heiz­kraftwerk (BHKW) und einem Saisonal­speicher (eTank) ermöglicht das Zusammen­spiel verschiedener Energie­quellen. Der eTank – ein Saisonal­speicher aus Erd­rohren – nimmt im Sommer Wärme für kalte Tage auf. Wärme­pumpen nutzen die Umgebungs- und Abluft der Gebäude sowie die Wärme aus dem Speicher, um mit Strom aus dem BHKW Heizwärme bereit­zustellen. Falls die so erzeugte Wärme nicht ausreicht, kann ein Spitzenlast­kessel zur Wärme­versorgung hinzugezogen werden. Sowohl das BHKW als auch der Spitzenlast­kessel werden zu 100 Prozent mit Biomethan betrieben. Zusätzliche Heizungs­unterstützung wird durch die Solarthermie-Anlagen geleistet, die vor allem der Trink­warmwasser­versorgung dienen.

Energiezentrale im Rollbergviertel; © Mathias Völzke/Berliner Stadtwerke
Energiezentrale im Rollbergviertel; © Mathias Völzke/Berliner Stadtwerke
Solarthermie-Anlage der Berliner Stadtwerke; © Mathias Völzke/Berliner Stadtwerke

Die vorgesehene Leittechnik steuert und überwacht einen bedarfs­gerechten Betrieb der Anlagentechnik. Ziel dieser Kombination verschiedenster Anlagen ist es, den Strom für die Anlagentechnik weitestgehend selbst zu erzeugen. Dieses zirkuläre Energie­konzept ist dabei so ausgelegt, dass grundsätzlich auch weitere Gebäude eingebunden werden können.

Zukunftsweisender Ansatz für die Energie­versorgung von Quartieren

Der Gebäudesektor ist in Deutschland für einen großen Teil der CO2-Emissionen verantwortlich. Folglich liegt in seiner Dekarbonisierung ein großes Reduktions­potenzial. Das Projekt veranschaulicht in besonderer Weise einen möglichen Ansatz für die Planung und Energieversorgung zukünftiger Quartiere.


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